Brainstormings sind auf dem Vormarsch.

 

Denn Brainstormings helfen, effektiver und effizienter Ideen und Lösungsansätze zu finden, als es mit offenen Diskussionen in Meetings machbar ist.

Brainstormings sind ein mächtiges Werkzeug, um Input unterschiedlicher Personen aus differenzierten Blickwinkeln zusammenzuführen. Bei der rasant ansteigenden Komplexität unserer Aufgaben wird genau das in Zukunft immer wichtiger werden.

Sie kennen Brainstormings. Aber sind Ihnen auch die häufigsten Fehler bewusst, die optimale Brainstorming-Ergebnisse verhindern können?

 

Der Klassiker: Brainstorming und Diskussion im Mix

An mein erstes Brainstorming kann ich mich noch gut erinnern. Der Moderator hat strengstens darauf geachtet, dass die Kreativität der Teilnehmer nicht durch zu frühe Kritik an den Ideen unterwandert wird.

Die Trennung von Ideenfindung und -bewertung gehört zu den Grundregeln, die von Alex F. Osborn 1939 bei der “Erfindung” des Brainstormings festgehalten wurden. Schließlich soll keine noch so ausgefallene Idee verloren gehen, und das Ideenpotenzial soll so umfassend wie möglich genutzt werden können.

Jeder kennt diese Regel. In der Praxis fällt es aber immer wieder schwer, sie konsequent einzuhalten. In Workshops sollte daher ein neutraler Moderator darüber wachen, dass ein Brainstorming und die Diskussion der Ideen nicht vermischt werden.

 

Wilde Gruppen-Brainstormings

Die Teilnehmer rufen ihre Ideen in den Raum – der Moderator schreibt auf. So werden Brainstormings immer noch oft organisiert. Man sagt, dass sei besonders kreativitätsfördernd, weil sich alle gegenseitig mit Ideen befruchten.

Die Realität sieht anders aus. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Gruppen-Brainstormings eher blockierend wirken. Auf diese Weise entstehen bis zu 30% weniger gute Ideen, als wenn jeder unabhängig von den Anderen für sich allein brainstormt.

Der Grund dafür ist plausibel: In Gruppen Brainstormings muss das Gehirn gleichzeitig Informationen aufnehmen (die Ideen anderer) und eigene Ideen generieren. Durch das parallele Verarbeiten der Beiträge anderer, wird die eigene Kreativität ausgebremst.

Bessere Ergebnisse erhalten Sie mit Brainwriting, also wenn zunächst einmal alle ihre Ideen aufschreiben und diese später zusammengetragen werden. Die Beeinflussung durch die Gruppe (ein weiterer Nachteil von Gruppen-Brainstormings) lässt sich aber auch auf diese Weise nicht vollständig abstellen. Daher führen Online-Brainstormings unabhängig von Termin und Ort sogar zu noch besseren Resultaten.

 

Und jetzt wird gemeinsam sortiert

Was spricht dagegen, die Ergebnisse des Brainstormings gemeinsam zu organisieren und zu clustern?

Es kostet unnötig Zeit. 8 Brainstormer verbrennen innerhalb einer Stunde für diesen Arbeitsschritt einen gesamten Arbeitstag. Dabei kann das genauso gut von einer einzelnen Person erledigt werden. Es mag als Vorteil erscheinen, dass die Gruppe die gemeinsam entwickelten Ideen während des Sortierens diskutieren und weiterentwickeln kann. Aber ist der dadurch entstehende Zeitaufwand wirklich gerechtfertigt?

Ein weiterer Aspekt spricht gegen das gemeinsame Clustern: Es erschwert eine spätere neutrale Bewertung. Selbstbewusste Teilnehmer nutzen die Diskussion oft, um ihre eigenen Ideen zu promoten und andere zu beeinflussen. Zudem kann der Eindruck entstehen, dass besonders häufig genannte Ideen auch besonders wichtig sind. Aber wer garantiert, dass gerade die häufig genannten Punkte nicht überbewertet werden, obwohl sie tatsächlich eher banal sind?

 

Nach dem Brainstorming wird zu früh bewertet

Meistens wird alles in nur einen Workshop gepackt: Brainstorming, Clustern, Bewerten. Die Argumente, die gegen ein gemeinsames Clustern sprechen, sind schon genannt. Wenn auch die Bewertung gleich in einem Rutsch miterledigt werden soll, ist es noch schwieriger Neutralität zu erreichen. Den Teilnehmern fehlt dann die Zeit, sich von den eigenen Ideen zu lösen und alle Ideen so fair und frei wie möglich zu beurteilen.

Auch sozialer Druck kann die Bewertung beeinflussen, wenn sie in einem Raum stattfindet. Daher ist es besser, den Teilnehmern die bereits sortierten, gemeinsam entwickelten Ideen nach dem Brainstorming zur Verfügung zu stellen und so eine unabhängige Bewertung zu ermöglichen.

 

Der „Energieverbrauch“ von Brainstormings wird unterschätzt

Kennen Sie das Problem?

Nach langen und anstrengenden Workshops stehen am Ende als Ergebnis Fotos von Metaplanwänden mit Karten oder Post-its. Alle sind begeistert von den Ergebnissen, aber irgendwie ist auch die Luft raus. Es ist viel Energie in die besprochenen Themen geflossen und die Motivation, sich weiter damit zu beschäftigen, ist gering. Es fällt schwer, neue Termine zu finden, um an den Themen anzuknüpfen und über Entscheidungen oder die Umsetzung konkreter Maßnahmen zu sprechen. Das Risiko ist groß, dass die Ergebnisse für lange Zeit oder schlimmstenfalls für immer in der Schublade verschwinden.

Um komplexe Themen zu lösen und die Lösung konsequent umzusetzen, ist Ausdauer gefragt. Daher ist es besser, den Energieeinsatz zu planen und die unterschiedlichen Phasen zu entzerren. Trennen Sie nicht nur das Brainstorming von der Bewertung der Ideen. Gönnen Sie sich und den übrigen Beteiligten danach auch eine Pause, bis Sie sich mit der Entscheidung und der Umsetzung befassen. So können sich alle mit Elan auf den Schritt stürzen, der gerade ansteht, und dort die besten Ergebnisse erzielen.

 

Fazit

Brainstormings sind vielseitig. Gerade bei extrem komplexen Aufgaben lassen sich mit Brainstormings, effektiv Ideen und Know-how zusammenführen. Die Basis für hervorragende Lösungen ist so einfach und schnell entwickelt.

Gelernte Glaubenssätze stehen optimalen Brainstorming-Ergebnissen aber oft noch im Weg. Wer diese Glaubenssätze überwindet, kann das volle Potenzial von Brainstormings erschließen.

Welchen Sinn macht es zum Beispiel, an den besonders kreativ anmutenden wilden Gruppen-Brainstormings festzuhalten? Wissenschaftlich ist längst erwiesen, dass strukturiertes Brainwriting oder Online-Brainstormings bessere Ergebnisse erzielen. Das gegenseitige Befruchten mit Ideen ist also ein eher gefühltes Erlebnis.

Der Wunsch, möglichst alles in einem Workshop-Tag zu klären, stammt aus Zeiten, in denen es dazu kaum Alternativen gab. Heute können Sie durch Online-Brainstormings vor Meetings oder Workshops einen großen Teil der gemeinsamen Arbeit in deren Vorbereitung auslagern. Die kostbare gemeinsame Meeting-Zeit kann dann genutzt werden, um mit voller Energie die Umsetzung voranzutreiben.

Machen Sie es sich leicht und setzen Sie auf Online-Brainstormings, um die größten Brainstorming-Stolperfallen elegant zu vermeiden. Nutzen Sie digitale Tools wie meebility und bauen Sie so Brainstormings systematisch in den Arbeitsalltag Ihrer Organisation ein.  

Matthias Schmitz

 

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