Design Thinking ist ein Ansatz, der zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll. Ziel ist dabei, Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht (Nutzersicht) überzeugend sind.
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Darf man behaupten, dass Design Thinking in vielen Unternehmen schon gelebt wird? Der Blick auf die Definition von Design Thinking lässt erahnen, dass gerade erfolgreiche Unternehmen zumindest ähnliche Ansätze nutzen. Lösungen, die für Anwender überzeugend sind, werden schließlich bereits seit langer Zeit entwickelt.

Design Thinking wurde von der Designagentur Ideo und der Stanford University entwickelt. Es baut auf praxiserprobten Techniken und Methoden zur Lösung komplexer Herausforderungen auf. Der Ansatz ist extrem hilfreich für die Entwicklung anwendergerechter Innovationen, weil er bewährte Problemlösungstechniken strukturiert zusammenführt.

 

In Ihrem Unternehmen werden immer wieder erfolgreich Lösungen entwickelt, die Kunden und Anwender begeistern?

Dann ist die Wahrscheinlichkeit also hoch, dass Sie Design Thinking zumindest unbewusst schon nutzen. Wenn Sie sich die Vorteile des Ansatzes systematisch erschließen wollen, ist es ein erster wichtiger Schritt, sich bewusst zu machen, wo Sie schon heute damit arbeiten.

Ganz besonders lohnt es sich, dabei Ihre Meetings unter die Lupe zu nehmen. Die Zusammenarbeit an Neugestaltungen wird in der Regel in Meetings abgestimmt und organisiert. Also stehen die Chancen dort besonders gut, “Ihre” Design Thinking Techniken auszumachen. Achten Sie in Ihren Meetings darauf, in welchem der folgenden Schritte des Design Thinking Sie sich gerade befinden. Dann werden Sie erfahren, was zu tun ist, um das Design Thinking Mindset noch tiefer in Ihr Unternehmen zu bringen.

 

Schritt 1: Was ist das Problem?

Diese Frage sollte immer am Anfang einer Neugestaltung stehen. Deswegen befasst sich auch der erste Schritt des Design Thinking Prozesses damit, das zugrundeliegende Problem zu definieren und greifbar zu machen.

Sie möchten ein Kundenproblem lösen? Eine Gesetzesänderung veranlasst Sie dazu, etwas an ihrer Organisation zu ändern? Sie sehen neue Potenziale und möchten diese heben?

Wenn Sie sich solche Fragen stellen, berufen Sie oft ein Meeting ein, um die neue Herausforderung gemeinsam mit Kollegen anzugehen. Da Sie sich damit im ersten Schritt des Design Thinking Prozesses befinden, wird es Ihnen an dieser Stelle helfen, die Regeln für diesen Schritt zu beachten:

Formulieren Sie das Problem, um das es geht, als eine oder mehrere Fragen. Die Fragen sollten das Objekt, um das es sich handelt, die Zielgruppe, die Rahmenbedingungen und den gewünschten Endzustand enthalten. Im Meeting können Sie die Fragen mittels Brainstorming grob entwickeln und dann in einer Diskussion feinschleifen.

Wenn Sie das Problem mit Hilfe von Fragen festgezurrt haben, steht eine solide Basis, um den zweiten Schritt des Design Thinking Prozesses zu starten.

 

Schritt 2: Was braucht der Kunde oder Nutzer wirklich?

Wenn eine Neugestaltung erfolgreich sein soll, muss sie sich am Bedarf des Kunden oder Nutzers orientieren. Deswegen befasst sich der zweite Schritt des Design Thinking damit, den Kundenbedarf explizit herauszuarbeiten und greifbar zu machen.

Die Frage, was der Kunde benötigt, wird Ihnen nicht neu sein. Vermutlich haben Sie schon häufiger Meetings erlebt, in denen Sie Antworten darauf gesucht haben. Der Trick im Design Thinking ist, diese Frage nicht aus der Luft gegriffen zu diskutieren, sondern vorzubereiten. Die Vorbereitung kann darin bestehen, Kunden zu konkreten Fragen zu interviewen oder sie zu beobachten.

Welchen Nutzen erwartet der Kunde oder Nutzer? Welche Probleme hat er oder was nervt ihn? Für welche seiner Aufgaben wünscht sich der Kunde Unterstützung?

Wenn Sie diese Fragen nicht direkt mit Kunden erörtern können, sollten Sie zumindest versuchen, die Perspektive zu wechseln, und die Fragen aus Kundensicht zu beantworten. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie dazu gemeinsam mit anderen brainstormen.

In Meetings, in denen es um Kunden- oder Nutzerbedürfnisse geht, ist es besonders hilfreich, mit Buyer Personas zu arbeiten. Diese helfen dabei, den Kunden im Blick zu behalten und fördern Entwicklungen nah am Kunden.

Sollten Sie sich in einem Meeting dabei ertappen, ohne Vorbereitung über Kundenbedarfe zu diskutieren, ist es besser das Meeting abzubrechen. Leiten Sie dann zunächst eine Vorbereitung nah am Kunden ein.

 

Schritt 3: Jetzt dürfen Sie Ideen entwickeln

Sie stehen vor einer Herausforderung und möchten diese in einem Meeting gemeinsam mit Kollegen bewältigen. Egal ob Sie ein neues Produkt entwickeln möchten oder einen Prozess überarbeiten wollen – zunächst benötigen Sie dafür möglichst viele Ideen, die aus unterschiedlichen Standpunkten heraus entwickelt wurden. Stellen Sie sich aber, bevor Sie damit loslegen, auf jeden Fall noch einmal die folgenden Fragen:

Ist das Problem wirklich sauber eingegrenzt? Haben Sie die Bedürfnisse der Kunden oder Nutzer gründlich erfasst?

Erst wenn Sie die ersten beiden Schritte des Design Thinking Prozesses durchlaufen haben, liegt Ihnen eine solide Basis für die Ideenentwicklung vor. Fordern Sie dann in einem Brainstorming maximale Offenheit ein. Alle Ansätze sind wertvoll. Gerade Ideen, die auf den ersten Blick ungewöhnlich sind, können zu ganz neuen Denkrichtungen anregen.

Sparen Sie Zeit und entwickeln Sie erste Ideen in einem Online-Brainstorming mit meebility. Lassen Sie nach dem Brainstorming auch gleich die Ideen von allen Teilnehmern bewerten. So können Sie schneller die Prioritäten herausarbeiten und die besten Ideen für den nächsten Schritt des Design Thinking Prozesses identifizieren.

 

Schritt 4: Konzepte durch Prototypen greifbar machen

Für diesen Schritt des Design Thinking sind große Meetings nur bedingt geeignet. Vielleicht können Sie in einem Meeting die Struktur für eine Sales-Präsentation als Prototyp für eine Produktidee abstimmen. Oder Sie besprechen, welche Elemente eine Mockup-Website für einen neuen Service haben sollte.

Im Prinzip geht es aber in Meetings in dieser Phase eher darum zu klären, wer sich um was kümmert. Prototypen können effizienter in Kleingruppen oder durch Einzelpersonen entwickelt werden. Achten Sie deswegen darauf, dass in Meetings nicht zu sehr über die Umsetzung von Lösungsansätzen und die Details von Prototypen gesprochen wird. Das sollte im Sinne der Zeitersparnis für alle Teilnehmer ausgelagert werden.

Denn auch darum geht es beim Design Thinking: Zeit sparen, schneller an den Markt kommen, weniger reden, mehr machen und ausprobieren.

 

Schritt 5: Probieren geht über Parlieren

Falls Sie auch nur ein einziges Mal in einem Meeting darüber diskutieren, ob eine Idee erfolgreich sein wird: Sie sind ganz sicher auf dem Holzweg!

Sie können nicht wissen, ob eine neue Entwicklung wirklich funktioniert. Sie können Vermutungen äußern. Sie können robuste Expertenschätzungen vornehmen. Sie können auch Wetten auf die unterschiedlichen Ideen abschließen. Das bringt aber alles nichts. Am Ende müssen Sie testen, was funktioniert.

In den vorhergehenden Schritten haben Sie das Problem greifbar gemacht. Sie haben den Bedarf der Zielgruppe geklärt. Sie haben gute Ideen entwickelt und die besten davon ausgewählt und zu Prototypen gemacht. Nun bleibt Ihnen nichts anderes, als diese Prototypen der Realität auszusetzen.

Erst nach den Tests und wenn Sie Rückmeldungen und erste Erkenntnisse sammeln konnten, macht es Sinn, sich wieder zu treffen. Dann können Sie sich zu den Ergebnissen austauschen und gemeinsam besprechen, was Sie daraus für die weitere Entwicklung lernen können.

 

Fazit:

Design Thinking ist für viele Unternehmen nicht so neu, wie es oft den Anschein macht. Viele Methoden, die der Design Thinking Ansatz umschließt, werden häufig intuitiv und zum Teil schon sehr lange genutzt. Erfolgreiche und kundennahe Neuentwicklungen wären anders kaum möglich.

Dennoch ist es lohnend, an einem ganzheitlichen Design Thinking Mindset im Unternehmen zu arbeiten. Wer dabei nicht an der vermeintlichen Komplexität des Ansatzes verzweifeln möchte, tut gut daran, sich auf die Aspekte zu besinnen, die schon genutzt werden. Darauf lässt sich aufbauen und eine eigene, zum jeweiligen Unternehmen passende Version des Design Thinking herausarbeiten.

Nutzen Sie die Erkenntnis, dass Ihnen Design Thinking ganz sicher nicht vollständig fremd ist. Achten Sie darauf, an welchen Punkten Sie im Prinzip schon in diese Richtung arbeiten. Bauen Sie darauf auf und erschließen Sie sich die Kraft des Design Thinking systematisch und Stück für Stück.